Sicherheitspolitik lebt vom Mitmachen

Der Bundesvorstand der GSP zu Gast in Hamburg

Drei Tage, ein gemeinsamer Auftrag und viele Gelegenheiten zum Austausch. Vom 22. bis 24. Oktober 2026 stand Hamburg im Zeichen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP). Die dritte Vorstandssitzung des Jahres verband die Arbeit des Bundesvorstandes mit Einblicken in die zivilmilitärische Zusammenarbeit, maritime Tradition und persönliche Begegnungen. Sie zeigte zugleich, was einen ehrenamtlich getragenen Verein ausmacht. Menschen, die Verantwortung übernehmen, ihre Erfahrungen einbringen und gemeinsam etwas bewegen wollen.

Sicherheitspolitik beginnt vor Ort

Hamburg ist nicht nur eine der bedeutendsten Hafenstädte Europas, sondern auch ein Ort, an dem sich internationale Handelsbeziehungen, gesellschaftliche Verantwortung und sicherheitspolitische Herausforderungen unmittelbar begegnen. Damit bot die Hansestadt einen passenden Rahmen für die dritte Vorstandssitzung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik im Jahr 2026.

Bereits der Donnerstag machte deutlich, dass Sicherheitspolitik über militärische Fragestellungen hinausgeht. Auf dem Programm stand ein Gespräch mit dem Referatsleiter für Zivilmilitärische Zusammenarbeit in der Hamburger Innenbehörde. Gerade diese Schnittstelle zwischen staatlichen Institutionen, Bundeswehr und ziviler Gesellschaft gewinnt angesichts der veränderten Sicherheitslage zunehmend an Bedeutung. Denn die Widerstandsfähigkeit unseres Landes entsteht nicht allein durch politische Beschlüsse oder militärische Fähigkeiten. Sie braucht funktionierende Strukturen, gegenseitiges Verständnis und Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Die anschließende Führung durch das Hamburger Rathaus unterstrich die Bedeutung demokratischer Institutionen als Grundlage unseres Gemeinwesens. Das gemeinsame Abendessen und eine Führung über die Reeperbahn und durch den Kiez ergänzten den fachlichen Auftakt um persönliche Begegnungen und Einblicke in die Vielfalt der Hansestadt. Hierin liegt eine besondere Stärke der GSP: Sie bringt Menschen zusammen, die sich aus unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Perspektiven mit der Sicherheit unseres Landes beschäftigen und auch gewillt sind anderer Perspektiven als die gewohnten zu betrachten. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern ebenso um Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten

Der Freitag war der eigentlichen Vorstandsarbeit gewidmet. In zwei Sitzungsblöcken, zunächst im Hotel Hafen Hamburg und anschließend an Bord des historischen Museumsschiffes Rickmer Rickmers, war ausreichend Zeit für die Arbeit des Bundesvorstandes und seiner Beauftragten vorgesehen.

Ein ehrenamtlich getragener Verein wie die Gesellschaft für Sicherheitspolitik lebt davon, dass Menschen ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre Ideen einbringen. Veranstaltungen müssen organisiert, Referenten gewonnen, Mitglieder betreut und neue Themen erschlossen werden. Hinter jeder gelungenen sicherheitspolitischen Diskussion stehen Menschen, die häufig im Hintergrund wirken und mit persönlichem Einsatz und unglaublichem Engagement dafür sorgen, dass aus einer Idee ein konkretes Angebot entsteht.

Die besondere Kulisse der Rickmer Rickmers passte zu diesem Gedanken. Ein Segelschiff steht sinnbildlich für gemeinschaftliches Handeln. Unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Fähigkeiten und unterschiedliche Verantwortlichkeiten müssen ineinandergreifen, damit ein gemeinsames Ziel erreicht werden kann. Was auf See selbstverständlich ist, gilt auch für einen bundesweit aufgestellten Verein: Seine Stärke entsteht durch das Zusammenwirken seiner Mitglieder.

Das gemeinsame Abendessen in der Kapitänskajüte mit einer wachrüttelnden aber dennoch inspirierenden Tischrede zum aktuellen Zustand der Bundeswehr bildete den gesellschaftlichen Abschluss des Sitzungstages. Solche Begegnungen sind mehr als ein angenehmer Rahmen. Sie schaffen Verbindungen über regionale und organisatorische Grenzen hinweg und stärken das persönliche Miteinander, auf dem die erfolgreiche ehrenamtliche Zusammenarbeit beruht.

Aus Tradition Zukunft machen

Der abschließende Samstag führte die Teilnehmer in das Internationale Maritime Museum Hamburg. Die maritime Geschichte verdeutlicht eindrucksvoll, wie eng Handel, technologische Entwicklung, politische Interessen und Sicherheit seit Jahrhunderten miteinander verbunden sind. Doch der Blick in die Vergangenheit ist vor allem dann wertvoll, wenn daraus Anregungen für die Zukunft entstehen. Deutschland steht vor Herausforderungen, die sich nicht allein durch staatliche Institutionen bewältigen lassen. Gesamtverteidigung, gesellschaftliche Resilienz, technologische Veränderungen und die sicherheitspolitische Bildung breiter Bevölkerungsschichten verlangen nach einer informierten und engagierten Gesellschaft.

Hier kommt der Gesellschaft für Sicherheitspolitik eine wichtige Aufgabe zu. Als überparteilicher Verein kann sie Räume schaffen, in denen Menschen unterschiedlicher Generationen, Berufe und gesellschaftlicher Gruppen miteinander diskutieren, voneinander lernen und neue Perspektiven gewinnen. Dafür braucht es keineswegs ausschließlich ehemalige Generale, Wissenschaftler oder Politiker. Ebenso wertvoll sind die Erfahrungen von Unternehmern, Lehrkräften, Studierenden, Verwaltungsmitarbeitern, Soldaten, Reservisten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Sicherheitspolitik betrifft uns alle. Deshalb sollte auch jeder die Möglichkeit haben, sie mitzugestalten.

Wer sich in der GSP engagiert, kann eigene Themen einbringen, Veranstaltungen mitgestalten, Kontakte knüpfen und dazu beitragen, dass sicherheitspolitische Fragen verständlich und sachlich in die Gesellschaft getragen werden. Schon die Unterstützung einer einzelnen Veranstaltung, die Vermittlung eines interessanten Gesprächspartners oder die Gewinnung neuer Mitglieder kann einen Unterschied machen.

Schlussgedanke

Die Vorstandssitzung in Hamburg führte drei Dinge zusammen:

  • die fachliche Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Herausforderungen,
  • die gemeinschaftliche Verantwortung für einen bundesweit tätigen Verein und
  • die persönliche Begegnung engagierter Menschen.

Doch der eigentliche Wert solcher Zusammenkünfte bemisst sich nicht an Sitzungsstunden, Tagesordnungspunkten oder Gesprächen. Entscheidend ist, was daraus entsteht und wie viele Menschen sich ermutigt fühlen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Sicherheitspolitik darf keine Angelegenheit weniger Experten bleiben. Sie braucht eine breite gesellschaftliche Basis, offene Diskussionen und Menschen, die nicht nur fragen, was getan werden könnte oder müsste, sondern bereit sind, selbst etwas beizutragen.

Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (Externer Link: https://www.gsp-sipo.de/organisation/landesbereich-i/hamburg) bietet dafür eine Plattform. In ihren Sektionen und Landesbereichen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit eigenen Fähigkeiten, Interessen und Ideen einzubringen.

Man muss dafür weder einen besonderen Dienstgrad tragen noch ein politisches Mandat besitzen. Was zählt, sind Neugier, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, gemeinsam etwas zu bewegen. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, nicht mehr nur über Sicherheitspolitik zu lesen, sondern sie aktiv mitzugestalten.

Denn ein Verein ist immer nur so stark wie die Menschen, die ihn tragen!



Nils Wolk · Wo Entscheiden Folgen hat.

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